From: egle
Date: 8. April 2006 17:35:01 GMT+02:00
Subject: Intel Macs
Sehr geehrte LeserInnen,
Am 10. Jaenner wurden neue Macs vorgestellt. iMac, Mac mini
und PowerBook (jetzt MacBookPro) mit Intel Prozessoren vom
Typ Intel Core Solo und Due, als Nachfolger fuer die
IBM/Freescale (ehemals Motorola) G4 (PowerBooks und Mac
minis) und G5 im iMac. Zuerst mussten die neuen Geraete
auch geliefert werden und zu Beginn eines solchen Schrittes
bin ich immer sehr skeptisch. Stichworte PowerBook 5300 und
PowerPC 6100! Nachdem ich alles was ich in die
Haende kriegte zum Thema Intel-Macs gelesen und auch einen
ersten Intel-Mac in den Haenden hatte, fuehle ich mich nun
berufen, die Informationen zu kompilieren und
weiterzugeben.
Wie schnell sind sie wirklich?
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Rosetta (alte, vorhandene PPC OS X) Applikationen
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Nahezu alle Applikationen
(Ausnahmen weiter unten) laufen unveraendert auf einem
Intel-Mac dank der "Uebersetzungssoftware" Rosetta weiter.
Ausnahmen sind systemnahe Programme wie z.B. DiskWarrior
oder TechTools. Photoshop auf dem MacBookPro laeuft etwa
halb so schnell wie auf einem vergleichbaren Powerbook.
Aehnlich verhaelt es sich mit Microsoft Office. Der Finder
und die Systemprogramme laufen spuerbar schneller.
Was laeuft heute noch nicht (Auszug)
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- FileMaker Server
- Flip4Mac (Ersatz fuer den
Microsoft Windows Media Player welcher ja eingeschlaefert
wurde)
- Flash Inhalte in Safari
(laeuft aber in FireFox)
- Java Applikationen mit
Erweiterungen (JNI Libraries)
- Norton Anti Virus
- SAP GUI
- Apple's Pro
Applikationen
- Classic/OS
9 Applikationen. Die laufen nicht (nie)
mehr.
Native
Applikationen (Universal Binary)
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Universal Binary heisst, dass das Programm den Code fuer
die "alten" IBM/Freescale-Prozessoren beinhaltet als auch
den fuer die neuen Intel-Prozessoren. Solche Programme
laufen sicher doppelt so schnell wie auf dem alten
Prozessor.
Neue Adobe und Microsoft Applikationen
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Adobe Produkte wurden in der Vergangenheit nicht mit der
Entwicklungsumgebung von Apple erstellt und der Aufwand,
sie zu universalisieren ist gleich gross, wie sie neu zu
schreiben. Adobe hat deshalb entschieden, erst die naechste
Version ihrer Produkte als Universal Binaries zu
vertreiben. Der naechste Produkte-Zyklus ist im ersten
Semester 07 zu erwarten. Wie es scheint, wird Microsoft
ebenfalls erst seine naechste Ausgabe von Office als
Universal Binary herausgeben. Auch da schaetze ich, koennte
es 2007 werden.
Worauf ist zu achten?
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Wie erwaehnt, existieren noch wenige hardwarenahen
Utilities wie DiskWarrior. Dies duerfte vor allem Supporter
wie mich interessieren. Beim Umstieg und der Datenuebername
von einem PPC-Mac wuerde ich zwar alle Daten, nicht jedoch
Applikationen migrieren, da es sonst sein kann, dass
vorhandene Universal Binary Programme mit altem PPC-Code
ueberschrieben werden, und somit langsamer werden.
Die Hardware
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Das MacBook Pro ersetzt das PowerBook. Auf den ersten Blick
sieht es jedoch identisch aus. Aus meiner Sicht wichtige
Unterschiede sind:
- Kein normaler PC-Card Slot mehr, nur noch ExpressCard/34
(fuer welchen es noch keine Karten gibt)
- Kein internes Modem (externes USB-Modem erhaeltlich),
S-Video und FireWire 800 mehr.
- Unbedingt 1 GB RAM noetig, sonst laufen
Rosetta-Applikationen noch langsamer
- Neuer Stromanschluss (jetzt mit Magneten gehalten: Wenn
jemand ueber das Kabel stolpert, wird es sich einfach vom
Geraet loesen). Alter Adapter (Car, Boat, Airplane, Adapter
im Buero) sind nicht mehr zu gebrauchen. Auch ist der
Adapter groesser geworden, um mehr Strom liefern zu
koennen.
Am Anfang scheinen kleinere Probleme aufgetaucht zu sein,
wie Brumm, bezw. Pfeiffton, Flackern/Verzerren des
Bildschirmes. Das Mainboard ist jetzt in der vierten
Revision und scheint stabil zu sein.
Mac mini gibt es jetzt auch mit Intel Prozessoren. Und zwar
in zwei Ausfuehrungen. Die kleinere Version mit dem Intel
Core Solo und die andere mit dem Intel Core Duo, der auch
im MacBook Pro sitzt. Der Unterschied ist, dass im Intel
Core Duo zwei arbeitende Rechenwerke sitzen und im Intel
Core Solo nur eines. In den Tests schliesst die Duo Version
durchwegs viel, viel schneller ab und so wuerde ich nach
Moeglichkeit den Duo waehlen. Ein weiters Haar in der Suppe
findet sich in der Verwendung des Intel-Graphik-Chips.
Dieser ist sehr lahm und hat keinen eigenen
Graphik-Speicher, zwickt also wertvolles RAM fuer eigene
Zwecke ab. Deshalb ist beim Mac mini von der kleinen 512 MB
RAM Version definitv abzuraten und mindestens 1 GB Memory
erforderlich. Ich bin mir nicht sicher, ob der Mac mini
wirklich geeignet ist, als Multimedia Center, oder doch
eher als kleiner Arbeitsplatz-Rechner, wenn z.B. schon ein
Bildschirm vorhanden ist.
Windows-Loesungen?
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Oft werde ich gefragt, ob man denn Windows auf den Macs
installieren koenne, da sie ja jetzt auch ueber Intel
Prozessoren verfuegen. Leider (?) nicht, denn das Programm,
welches die Software mit der Hardware verbindet wurde von
Intel neu entwickelt. Es ist und heisst nicht mehr BIOS,
sondern das moderne EFI. Microsoft Windows, wie auch das in
Baelde erwartete Windows Vista benoetigen aber beide das
alte BIOS. Es fand ein Wettbewerb mit einem Preisgeld von
etwa $12000 statt, wer Windows auf dem Mac zum laufen
bringe. Das wurde selbstverstaendlich geschafft und ich
habe (inoffizielle) Tests im Labor von PC Magazine gesehen,
in dem der "gehackte" MacBookPro unter Windows XP schneller
lief, als seine Rivalen von Dell und Sony mit den selben
Prozessoren.
Apple Boot Camp
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Apple hat kuerzlich eine Software vorgestellt, mit der es
moeglich ist, die neueste Windows XP Version auf dem Mac zu
installieren. Beim Start kann man dann waehlen, ob man OS X
oder Windows XP verwenden will. Diese Technologie wird
verfeinert dann auch in der naechsten Version von OS X,
naemlich 10.5 zu finden sein.
Parallel Workstation
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Gestern hatte ich eine Software gesehen, die es
ermoeglicht, Windows parallel neben OS X zu betreiben. Die
Anzeige laeuft dann in einem Fenster, das unter der
Kontrolle von OS X laeuft. Wie es scheint, erreicht die
Geschwindigkeit annaehernd diejenige, wie wenn Windows ohne
OS X laufen wuerde. Wie es mir aber scheint, gibt es keine
Treiber fuer die Mac Hardware, d.h. z.B. fuer Spiele wuerde
ich eher Boot Camp waehlen. Aber wenn es drum geht, z.B.
eine Patientenverwaltungs-Software parallel zum Office und
Mail zu verwenden, oder mit Osirix zu kombinieren, scheint
dies die optimale Wahl zu sein.
Virtual PC
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Ist mit den Intel-Macs jetzt eigentlich ueberfluessig.
Microsoft scheint auch noch nicht sicher, ob eine
Neuentwicklung lohnenswert ist.
Viren, Windows und Mac
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Natuerlich kommen mit Windows auf Mac die Viren-Gefahren
naeher. Mit den Loesungen, die ich bis jetzt gesehen habe,
ist es so, dass der Mac zwar Zugriff auf die Windows-Daten
hat, jedoch nicht umgekehrt. D.h. Windows kann noch immer
durch Windows-Viren beschaedigt werden, sind gegenueber dem
Mac aber noch immer abgeschirmt. Was ich noch nicht
beantworten kann ist der Fall, wenn ein Virus mit einer
Routine ausgestatet ist, welche z.B. die Festplatte oder
das BIOS, oder das EFI "angreift".
Nachwort(e)
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Die oben gemachen sind einerseits von mir gemachte
Erfahrungen und/oder ueber Fachpublikationen erworbene
Informationen. Wer Links zu oben genannten Informationen
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Leben (mit dem Computer) ist schlussendlich jede/jeder
selber verantwortlich.
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