From: egle
Date: 12. März 2006 17:12:06 GMT+01:00
Subject: Viren(?)-Nachlese auf Apple Macintosh

Sehr geehrte LeserInnen,

Es ist nun etwa 1 Monat vergangen, seit dem Beginn der letzten "Viren-Attacken" und ich erlaube mir, eine Zusammenfassung zu erstellen und Empfehlungen aus meiner Sicht abzugeben.

Was war denn los?
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Leap-A/OSX/Oomp-A/latestpics.tgz am 13.2.06
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Eine Datei, welche Bilder des neuen Betriebssystems 10.5, a.k.a Leopard beinhalte, wurde in einem Diskussionsforum hinterlegt. Wer die Datei herunterlud, als Administrator angemeldet war, und sie oeffnete, hat sich so verschiedene Programmteile installiert, die, falls gewollt, Daten des Administrators wie auch Programme und Systemdateien haette veraendern koennen. Es wurden aber nur Programm-Teile installiert, damit sich das Programm via iChat haette weiterverbreiten koennen. Allerdings war jener Code fehlerhaft und funktionierte nicht. Die Verbreitung fand nur in jenem Diskussionsforum statt und wurde in "freier Wildbahn" nicht angetroffen.
War es nun ein Virus oder ein Trojanisches Pferd, oder einen Wurm? Eigentlich ein Zwitter zwischen den beiden letztern Typen: Zuerst braucht es aktive Hilfe des Bedieners um es zu starten und dann haette es sich wie ein Wurm ueber iChat selber weiterverbreitet. Ein Virus war es sicherlich nicht.

OSX.Inqtana.A am 17.2.06
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Inqtana war wirklich ein "Proof-of-Concept" eines Wurms, der alte Loecher in Apple's BlueTooth Software ausgenutzt haette. Allerdings war dieses Loch seit Mai 2005 bekannt und am 8.6.05 mit dem Security Update 2005-006, welcher fuer 10.3 und 10.4 erhaeltlich ist, gestopft. 

Break-In Wettbewerbe
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Es wurden zwei Wettbewerbe durchgefuehrt, bei denen haette bewiesen werden sollen, dass Macs, sofern richtig konfiguriert, einbruchsicher sind (oder nicht). Am 22.2.06 wurde in Schweden ein Mac mini als Web-Server ans Internet gehaengt mit der Aufforderung, die Webseite abzuaendern. Dies gelang innerhalb von 30 Minuten, allerdings nicht von ausserhalb, sondern von "inhouse". Die Umstaende sind unklar. Am 7.3.06 wurde an der Universaet von Wisconsin in Madision ein Rechner ans Netz gehaengt. Mit 10.4.5 und allen Sicherheitspatches. Allerdings war dieser "Hacking Challenge" nicht von den Uni-Administratoren bewilligt worden und der Rechner musste vor Ablauf der Challenge vom Netz genommen werden. Der Rechner hat 38 Stunden, 4000 Login-Versuche und 2 DOS-Attacken klaglos ueberstanden.

Sicherheitsluecke(?) von Heise publiziert am 20.2.06
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Heise hat festgestellt, dass sichere Dateien wie z.B. Dateien mit Endungen wie .PDF, .JPG, oder .ZIP ein Programm, anstelle des versprochenen Inhaltes, enthalten und, sofern z.B. im Safari so eingestellt, nach dem Herunterladen automatisch ausgefuehrt werden koennten. Apple hat dieses Loch am 1.3.06 geschlossen.

Was ist nun (Stand heute) davon zu halten?
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Wer weiterhin vorsichtig mit fremden Informationen umgeht, und sein System mit den von Apple zur Verfuegung gestellten Updates a-jour haelt, lebt sicher. Eigentlich wie im taeglichen Leben. Analogie Auto: Nicht zu schnell sich auf unbekannten Strassen bewegen und das Auto regelmaessig in den Service geben.

Muss ich ein Anti-Virus-Programm verwenden?
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Meine persoenliche Einschaetzung ist die:
1. Bis heute weiss ich von keiner Moeglichkeit, dass mein Mac
  a) Andere Macs anstecken kann
  b) Windows Computer anstecken kann.
Einzige Moeglichkeit waere, wenn ich ein File mit Virus/Trojanischem Pferd/Wurm auf einem Datentraeger, Mail oder Server weitergebe. Weiss ich, was ich tue, sollte das also nicht passieren.
2. Ich setze keinen Virenscanner ein, denn:
  a) Norton Antivirus und ClamAV verlangsamen mein System stark (Belastung zwischen 10 und 95 %).
  b) Virex stuerzt bei mir jedes Mal ab, obwohl ich "nur" meinen Home-Ordner scannen moechte.
  c) Mir ist kein Scanner bekannt, der direkt mit einem Mail-Programm zusammenarbeiten kann.
  d) Ich ueberlege mir genau, welche Daten ich wie weitergebe.

Muss ich mich denn gar nicht schuetzen?
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_Doch!_ Ich befolge folgende Richtlinien (generelle Datensicherheit, nicht nur wegen Viren/Trojanischen Pferden/Wuermern):
1. Der Administrator ist nicht fuer die taegliche Arbeit zu verwenden. Also "blos" als User arbeiten.
2. Nicht automatisch als einen Benutzer einloggen, sondern nur ueber "User/Login" sich anmelden.
3. Passwort nach dem Screensaver.
4. Nicht benoetigte Sharing-Services ausschalten.
5. Firewall einschalten.
6. Ein starkes Passwort verwenden.
7. Apple's Security und System-Updates immer sofort installieren. 

Nachwort(e)
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Die oben gemachen sind einerseits von mir gemachte Erfahrungen und/oder ueber Fachpublikationen erworbene Informationen. Wer Links zu oben genannten Informationen wuenscht, dem sende ich sie gerne zu. Und:  Fuer sein Leben (mit dem Computer) ist schlussendlich jede/jeder selber verantwortlich. 

Ich habe diese Informationen unaufgefordert an Personen geschickt, von denen ich annahm, dass sie daran interessiert sind. Wer weiterhin solche oder aehnliche Informationen von mir erhalten moechte, bitte ich, mir ein E-Mail mit dieser Willensaeusserung zukommen zu lassen. Als moegliches naechstes Thema saehe ich die ersten Erfahrungen mit Intel-Macs.

Freundlich gruesst
Rainer Egle

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